Katholische Kirche in Mainz

Pfarrkirche St. Johannes Evangelist

Das „Münchfeld" (heute Teil des jüngsten Innenstadtteils „Hartenberg-Münchfeld") war am Ende der sechziger Jahre fast vollständig bebaut und zählte damals unter ca. 5000 Einwohnern etwa 2800 (heute 2200) Katholiken. Im November 1968 wurde die vom Gonsenheimer Architekten Bernhard Schmitt entworfene Pfarrkirche von Bischof Dr. Hermann Volk geweiht.
Die Grundrissform des Kirchenraumes ist eine Parabel. Die Kirche steht frei auf dem Eckgrundstück an der Dijonstraße und der Straße „An der Allee". Die gegliederte Eingangswand möchte die einladende Hinwendung zur Gemeinde ausdrücken.
Von der Seite gesehen, ragt die von 9 bis 16 Meter hohe Außenschale wie der Bug eines Schiffes zum Himmel und erinnert an das Lied:"Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit!"
Seit Juni 1980 befindet sich im Kirchturm ein vierstimmiges ‚Friedensgeläute', als Vermächtnis des 1979 verstorbenen Pfarrers Hans Brantzen. Mit seiner strengen Silhouette beherrscht der 35 Meter hohe Turm das Straßenbild ‚An der Allee' , quasi als ‚Zeigefinger Gottes'. Dieser Eindruck wird durch die abendliche Beleuchtung noch verstärkt.

Hauptkirche und Seitenkapelle bilden einen großen Chorraum, der von einem hohen Schwebekreuz mit goldfarbigem Korpus über dem Hauptaltar beherrscht wird. Die weit ausgestreckten Arme laden zur Mitfeier am Tisch des Herrn ein. An der Stirnseite zur Seitenkapelle trägt ein Stahlrelief den vergoldeten Tabernakel mit eingefügten roten Glasstücken. Dieses Relief symbolisiert den „brennenden Dornbusch", die Gegenwart Gottes. Auf das 6.und 7. Kapitel der Offenbarung des Johannes weisen die Glasmosaik-Fenster über den Beichtstühlen am Rand der Seitenkapelle hin; das „Lamm Gottes" in der neuen Stadt Jerusalem begleitet uns zum Altarraum.
„Ave mater salvatoris!" - „Sei gegrüßt, Mutter des Erlösers!" lautet die Inschrift am Marienrelief in der seitlichen Nische. Die Schieferplatte wurde von Leo Brandmüller, einem Mitglied der Gemeinde, als Flachrelief bearbeitet. Die ovoiden Kompositionslinien wiederholen die runden Formen des Chorraums. Das Bildwerk verleugnet jegliches Körpergefühl, strahlt somit eine hoheitsvolle Ruhe aus, die dem Betrachter jedoch auch einen Eindruck von ‚Mütterlichkeit' vermittelt. Leo Brandmüller entwarf auch den großen Osterleuchter im Chorraum.
Über dem Hauptportal befindet sich die breite Empore, teilweise in die Glas-Lichtwand hineinragend. Die neue Orgel (vgl. Bild Nr. 1) mit 24 Registern wurde 1990 von der Orgelmanufactur Vleugels, Hardheim, gebaut. Die rückwärtige Lichtwand und die Laterne über dem Hauptaltar lassen durch die farbigen Glasmosaiksteine auf dem Schiefer und Holz des Fußbodens unerwartete Farbspiele entstehen.
Auf der rechten Wandfläche vom Seiteneingang zum Chorraum hängen in Augenhöhe die 14 Kreuzwegstationen, patinierte Aluminiumplatten, die den Leidensweg Christi darstellen, beginnend mit der Verurteilung. Der Bildhauer Reinhold Petermann aus Finthen schuf dieses Werk, ebenso das Schwebekreuz, den Ambo, das Stahlrelief um den Tabernakel und das Adler-Symbol auf der Außenwand.
Neben dem Eingang zur Seitenkapelle ist eine Darstellung des Hl. Antonius von Padua zu sehen. Der fränkische Bildhauer Lothar Bühner verbindet auf dem Flachrelief aus hellem Sandstein gegenständliche Elemente mit modernen Gestaltungsformen.
Nahe dem Hauptportal an der Glasmosaikwand befindet sich unter einer schlichten Marmorplatte das Grab von Pfarrer Hans Brantzen, der von 1964 bis 1979 die Gemeinde betreute. Wir verdanken ihm den Bau der Kirche, des Pfarrhauses und Kindergartens.
Nehmen Sie sich in unserer Kirche beim Betrachten etwas Zeit, manches erschließt sich erst allmählich. Fühlen Sie sich in diesem Haus Gottes geborgen und erfahren Sie in der Stille oder bei Gottesdiensten mit der Gemeinde immer wieder Ermutigung, Freude und Trost.
Auf dem Gelände des Kath. Jugendwerkes befindet sich bei den Tagungsstätten des Bundes der Katholischen Jugend (BDKJ) und der Sporthalle die Don-Bosco-Kapelle aus den 50er Jahren.
Sie diente der Gemeinde St. Johannes Evangelist als erste Pfarrkirche und erinnert auch an Pfarrer Andreas Niklaus (1955-1964),dem Gründer des „Jugendwerkes".
Auf der Kreuzterrasse steht weithin sichtbar das Kreuz vom Deutschen Katholikentag 1948, dem ersten in der Nachkriegszeit.
Zum Pfarrzentrum von St. Johannes Evangelist gehört auch ein „Haus der Gemeinde", das 1981-1983 weitgehend in ehrenamtlicher Arbeit durch die Gemeindemitglieder errichtet wurde. Zuvor gehörte der Pavillon zur Pflegevorschule des Vinzenz-Krankenhauses (vgl. Bild Nr.2)

Dr. Michael Kläger           Johannes Hoffmann

 

 

Kath. Pfarramt Don Bosco, Kirche: St. Johannes  Evangelist

Dijonstraße 1
55122 Mainz
Tel. : 06131 - 383766
Fax : 06131 - 383788
http://www.bistummainz.de/pfarreien/dekanat-mainz-stadt/pvpg/pg_hart/muenchfeld/index.html

Öffnungszeiten:
Mo. Di. Do. Fr. ab 9.30 Uhr und zu den Gottesdienstzeiten
Seiteneingang zum Pfarrhaus - barrierefreier Zugang -